Dienstag, 31. März 2015

10. Tag Seattle ACLA + Capitol Hill

Heute war der letzte Tag der ACLA. Ich hab brav noch Seminare besucht, vor allem der Abschluss von meinem Science-Fiction-Seminar war großartigst. Die drei Vorträge waren inspirierend und haben mich auf einige neue spannende Forschungsfelder hingewiesen. Go, SciFi! :D



Danach hab ich festgestellt, das noch immer die Sonne scheint, ein Umstand, der hier nicht selbstverständlich ist. Dementsprechend bin ich kurz ins Hostel zurück, um Sachen abzuladen (ich hab untere anderem zwei Journals geschenkt bekommen :D ). Im Hostel hab ich dann allerdings eine nette neue Zimmernachbarin kennengelernt und wir haben beschlossen, gemeinsam zu dem Buchladen zu gehen.
Wir sind also die Pike Street gemeinsam raufgewandert, an Scharen von Geeks vorbei (die ich jetzt viel besser genießen konnte, nachdem ich selbst endlich drinnen war) und sind dann bei einem Kaffeeladen hängen geblieben. Der Kaffee dort war glaub ich bislang der beste, den ich hatte.





Aber viel besser war ein Tipp von einer netten Barista, dass wir uns doch in einen gebrauchten Buchladen begeben sollen, der in der Nähe ist.
Wir sind also ihrem Hinweis und Google Maps gefolgt, an der Statue von Jimmy Hendrix vorbei (der in Seattle öfter gespielt hat).




An einem Farmers Market vorbei - und dann sind wir bei einem der süßesten Buchladen der Welt gestanden.







Mit zwei Katzen. Die andere war etwas schüchterne. Meine ersten Katzen seit 10. Tagen... whoooop!


Hing am Klo :D

Die Bücher wurden übrigens von mir wieder in die richtige Reihenfolge gebracht. Weil ichs kann.

Die Auswahl an SF und Fantasy Büchern war unpackbar genial: soooo viele Bücher. Ich glaube, insgesamt ~ 12 Regale bis zur Decke voll. Ich hab mir erlaubt, EIN Buch mitzunehmen. Die Auswahl war schwer...
Trotzdem waren wir gut zwei Stunden in dem Buchladen, weil Di und ich ihn als den idealen Platz auserkoren hatten, um zu tratschen. That's what bookshops do to you, sometimes.

Hier noch ein bisschen "Street Art" aus Capitol Hill:





Pike Streat (East)

Der Laden hatte leider zu :(






Der Typ erschien mir recht mutig, umgeben von den Menschen, die aus der Comic Con Halle rausgekommen sind.

Weil ich neugierig war, hab ich den Flyer von ihm mitgenommen:



Sonntag, 29. März 2015

9. Tag - ACLA + ECCC

Wow, mein 9. Tag in den Staaten.

Und was gabs dafür in der Früh? Konferenz. Yaaaay! Mit ganz viel Science Fiction. Ich glaube, ich bin im Paradies gelandet. Die Vorträge heute waren sogar noch spannender als gestern. Top: Ein Vortrag über Bengali Science Fiction. Sad news: nearly no translations available, außer auf Hindi. Wenigstens beweg ich mich in die richtige Richtung.

Danach war ich wieder bei den Büchern unterwegs. Yay Bücher :D sogar ein paar gratis Journals. Ah, heavenly. Danach Mittagessen, Falafel. (auf die ich eingeladen wurde <3 )



Nach meinem Seminar hab ich mich vor die Comiccon gestellt und auf ein Wunder gewartet. Und das Wunder hat mich erreicht, in der Form eines netten Mannes, der mir einfach so seinen Tagespass gegeben hat, als er gegangen ist. Ich konnte ihm nur noch hinterherrufen, dass er mein Held ist, bevor ich mich für 2 Stunden ins Getümmel geworfen habe. Glücklicherweise habe ich mich ein kleines bisschen vorbereitet – und wusste schon ungefähr, wo ich auf JEDEN FALL hinmuss.
So war ich bei…
Mira Grant
Michael Stackpole. (Whom I absolutely adore, no matter what you say. His books are my childhoodcrush. If you can’t deal with it, go away.)



Ich hab mit ihm ein kurzes Gespräch über die neue Position vom EU geführt, mit ihm über meine Lieblingsfigur geredet (und ein paar offene Fragen geklärt) und ihm ein Bild von meinem Kater gezeigt. Cuz that’s what I do when I meet people I like. Show them pictures of my cat. Which was of course the very first time ever something like that happened *hust*)

Kelly Sue DeConnick


Ich weiß nicht, wie ich dieses T-Shirt jemals wieder waschen soll. Hat jemand Erfahrungswerte, wie gut normale Eddings (oder vermutlich normale Eddings) aus Gewand rausgehen? Soll ichs reinbügeln? Nur noch mit der Hand waschen? Einrahmen?


Uuuund Danielle Corsette (die diesen netten Webcomic erschaffen hat:





Im Vorbeigehen hab ich so viele unglaublich andere awesome Personen zumindest gesehen, ich mag die Liste hier gar nicht erst anfangen müssen. Und so großartiges Cosplay. Aaaaaah, wundervoll. Einfach wundervoll.

Auch cool: Die Con hat sich sehr darum bemüht, einen sicheren Rahmen für alle Arten von Menschen zu schaffen: Mit einer Anti-Harassment Policy, Unisextoiletten, Räumen für Familien (und new partens, wich I found very cute.) Es gab sogar einen Raum, in dem es sehr still war, für Menschen, die soziale Ängste haben oder einfach mal ein paar Minuten abschalten wollten. Alles in allem sehr cool. Ich bin gespannt, ob die Star Wars Con diesbezüglich mithalten kann! (zumindest eine Policy wird es dort geben, außerdem haben sie sich aktiv um die Einbeziehung von LGBTQ Personen bemüht. Ich bin sehr gespannt.)





Außerdem hab ich mir ein paar Kleinigkeiten gekauft. Viel Zeit war nicht, aber ich hab definitiv das beste draus gemacht. Danke nochmal, mein anonymer Held. Ich kann kaum glauben, dass ich wirklich auf dieser Con war <3 

8. Tag: Seattle Downtown (again...) ACLA + Konzi/Lesung

Heute war es endlich so weit: Der Beginn meiner Konferenz. Obwohl  mein Vortrag erst um 15:00 war, war ich natürlich, fleißig und motiviert wie ich bin, schon um halb 8 dort um nicht zu lang bei der Registration in der Schlange stehen zu müssen. Dabei hatte ich gleich die Gelegenheit, nette Menschen kennen zu lernen, mit denen ich im Laufe der Konferenz immer wieder Kontakt hatte.
An allen Tagen gab es vier Streams, die mit vielen verschiedenen Seminaren gefüllt waren. Eins konnte also an drei Tagen dieselben Seminare in jedem Stream machen, oder aber immer zu anderen Seminaren gehen. Ich hab die Möglichkeit genutzt, gleich in der Früh (und an allen Tagen) am „anderen“ Science Fiction Seminar teilzunehmen. Überraschung des Tages: Dort waren vor allem Deutsche. Gut: ich bin mit meiner Passion nicht alleine. Schlecht: wir haben alle mit ähnlicher struktureller Diskriminierung unserer Forschungsthemen zu kämpfen. Aber langsam formiert sich eine kleine und feine Gruppe, die zu ihrer Leidenschaft steht. Und sich dann in den USA trifft, weil das hier ganz normal ist. Danke, konservative Literaturwissenschaft der deutschsprachigen Länder. Just sayin‘.

Das Seminar war wirklich großartig, ich konnte einiges an Leseempfehlungen und inhaltlichen Denkanstößen mitnehmen. Besonders gut gefallen hat mir, dass hier die Thematisierung von Diskriminierungsmechanismen in Literatur (und anderen Medien. Ja, wir haben über Serien und so auch geredet. Ich weiß, auf einer literaturwissenschaftlichen Konferenz! Ich weiß. Ich weiß.) direkt angesprochen und diskutiert werden. Kein um den Brei herumreden sondern ganz klar sagen, wo etwas nicht passt. Das galt sowohl für die s.g. Tripple Oppression als auch für Heterosexismus. Und das auch bei Themen, wo in Ö einige sagen würden, dass das doch nichts damit zu tun hat. Die Selbstverständlichkeit hat mich dann doch beeindruckt.



Nach dem Seminar hab ich die Zeit genutzt, um mir einige der ausstellenden Verlage anzuschauen. Gut für meine Bildung, potenziell schlecht für meine Geldbörse. Hätte mich bitte jemand warnen können, dass Verlage s.g. Konferenzpreise anbieten? Und die Sachen dann – teilweise kostenlos – nach Hause schicken? I am sooooooooo happy. Außerdem hab ich mit andere Leuten geredet, die ich noch gar nicht kannte. Vor allem über Literatur. Es ist so schön, an einem Ort zu sein, wo alle Menschen Literatur so sehr lieben. 
Nach einer nervös verbrachten Mittagspause ging es dann Nachmittag in meinem Seminar gleich einmal mit meinem Vortrag los. Nach ~11 Minuten war da auch erledigt, und ich konnte mich endlich etwas entspannen. Die Konferenz der ACLA ist übrigens die zeitgrößte Literaturkonferenz Nordamerikas – und ich hab dort präsentiert. Badass.
Die anderen Inputs waren ebenfalls sehr cool. Leider sind manche Leute aus krankheitsgründen oder aus finanziellen Gründen ausgefallen :( aus dem Grund hab ich unter anderem einen Vortrag zum Thema Queerness und D&D verpasst *snief*

Die Konferenz war also sehr schön und nett. Trotzdem bin ich nach meinem Seminar erstmal ins Hostel zurück, um mir was zum Essen zu machen und mich kurz zu entspannen, bevor ich dann zum „Nerds & Music“ Event gegangen bin, dass um die Ecke von meinem Hostel in der „Shoebox“ statt gefunden at.

Die Setlist bestand aus…
-         
Molly Lewis (UKULELE! https://www.youtube.com/user/sweetafton23 mit besonderen Augenmerk dafür: http://www.youtube.com/watch?v=MoTjLKoNsF4 )


-          Paul Storm (die unter anderem dieses nette Video gemacht haben:
https://www.youtube.com/watch?v=j7lp3RhzfgI


-          Pat Rothfuss (Er hat eine alte Kolumne aus seiner Journalistenzeit, einen Blogeintrag und das Princessbook vorgelesen. I am scared for life.)


-          Marianne Cobb (oderso. Sry. Ich werd das irgendwann nachrecherchieren. Dooferweise seht ihr Name nicht im Programm, weils wohl recht spontan war, dass sie gespielt hat >.<)


-          Joel Hodgson (der über diese unbekannte Show namens Mystery Science Theater 3000 gesprochen hat, die er gemacht hat. Und über seine kindlichen Wünsche, Bauchredner zu werden. Mit Puppen. Langsam verstehe ich, warum manche Leute Puppen scary finden. Urg.)





Am Ende haben alle Männer gemeinsam (ich weiß.) versucht, gemeinsam ein Lied zu spielen/singen und haben dafür 32 Minuten gebraucht. Und Pat Rothfuss zu Boden gebracht. Ich hab ihn noch nie sprachlos gesehen.


Uuuuuuuuuuuuund weil das alles noch gar nicht genug war, hab ich mich dann brav in die Schlange gestellt, um mir von Pat meinen e-Book Reader signieren zu lassen. YAAAY Pat :D
(+ Foto. Und Umarmung. Hmm…..)

Und das schönste: ich wusste es noch nicht, aber der Tag darauf war noch einmal so schön.


7. Tag Seattle Center & Fremont

Heut war der erste Tag, an dem ich viel Sonne und keinen Regen gesehen habe. Das hat mich dazu beflügelt, unglaublich viel draußen, an der freien Luft, so mit Bewegung und so, zu machen. Ernsthaft. Ich hab mich selbst gar nicht wieder erkannt, wie ich durch die zarte Frühlingssonne gehüpft bin, an Blumen geschnuppert und mit Möwen geflirtet hab. Mediziner_innen unter euch, sind das Anzeichen von einem Sonnenstich? (Die Möwe war übrigens sehr freundlich. Vielleicht lad ich sie mal nach Österreich ein.)

Am Vormittag bin ich erstmal zum Stadtcenter (wo die Space Needle steht) und der Gegend rundherum gegangen. Dort hab ich einen Brunnen entdeckt, der nette Musik gespielt hat – ich bin gerade rechtzeitig zu einer Runde Beethovens 9. Symphonie (der letzte Akt, of course.) gekommen. Und nein, da waren keine Drogen im Spiel, danke für euer Vertrauen. 




It's me, Mario! :D

Mal ne andere Perspektive auf die Space Needle



MONORAIL!

Alles, was ich vom Pacific Science Center gesehen hab.

Die Tauben hier sind auch recht groß. (ich weiß, der war schlecht.)

Aaalles blüht.

Der Funky-Brunnen!

Mein neuer besterbester Freund/Meine neue bestebesteFreundin. Oder so.

Menschen hier mögen Wale.



Jupp, die sind wirklich so gelb.



Danach bin ich zum Kerry Park gegangen. Das klingt nach nicht so viel, aber der Park ist der höchste der Stadt (die ja praktisch an einem Berg liegt), weshalb das eine ganz schöne Hatscherei für meinen an Bibliotheksarbeit gewöhnten Körper war. Aber im Endeffekt haben wirs ohne große Schnauferei raufgeschafft, was auch an der wirklich guten Luft hier liegen könnte. Yay Meeresluft! Ich kann mich gar nicht oft genug freuen.
Die Aussicht dort war ziemlich nett: Much Stadt, very wow. Seht selbst:




Runter gings dann übrigens mit dem Bus. Mein erstes Mal Busfahren in Seattle. Yay! (Ich mag kurze Busfahrten über rumpelige Strecken.)


Das wirklich arge an dem Tag? Danach hatte ich noch immer nicht genug davon, draußen zu sein. ICH WEISS! Das mir! Also hab ich mir einen Bus gesucht, der mich nach Fremont gebracht hat. Das ist ein künstlerischer, liberaler, noch eingerauchterer Stadtteil Seattles. Einige euch eventuell bekannte Firmen (so wie Google oder so) haben hier Angestelltenbeschäftigungszentralen. Angeblich ist Amazon auch wo (die Leute machen zumindest dauernd drüber Witze, dass eine Drohne gleich ein Paket abliefert).
Was gibt es in Fremont sonst cooles zu sehen? Dinosaurier, Schokoladenfabriken, Raketen, Lenin und Trolle. Nein, ich hab keine Zeitmaschine gestohlen. (und wenn, würde ich es nicht zugeben. HA!) Und ja, ich habe meine Tabletten genommen, danke der Nachfrage.
Hier die wundervolltolligen Beweisfotos meines kleinen Abenteuerurlaubes:


Pendler_innen, die auf den Bus warten und regelmäßig von den locals hier verziert werden.

Ich hätte auch gern so einen hübschen, großen Stein. Srsly.

Der Kanal zwischen Lake Union und dem Meer. (Ich sag doch, wie Amsterdam!)

Menschen betreiben lustige Sportarten.



Dinosaurier_innen! (Ha, wen von euch hats gerade geschreckt, weil ich das Wort gegendert hab? U r welcome!)

Das einzige Mal, dass ich eine fremde Person gefragt hab, ob sie ein Foto von mir machen kann. Falls ihr jemals dorthin kommen solltet: Hinter dem Schild ist ein Geocach versteckt.

Probably.

Die gibts also auch hier.

Ich hab eine Schokoladenfabrik gefunden, in der eins theoretisch die Dinos aus Schoki kaufen könnte.

Das ist der Ventilator der Schokoladenfabrik. Eventuell bin ich etwas länger in der Fabriksabluft gestanden weil... mhhh, Schokolade...


Dieses Schild hat unser Mitleid verdient.

RAKETE!

Rakete mit Mond. Fancy, hm? Einzig fancier...
Rakete mit mir. Ich hab mein Astronautinnen*gesicht aufgesetzt. (Ich sollte mich bei Apollo-Irgendwas bewerben. Mit dem Foto.)



Und Planeten.




Mit Lenin hab ich sogar ein Eis gegessen, oder so.
(Die Statue ist übrigens einzigartig, weil sie die einzige sein soll, die Lenin mit Waffen und nicht als Friedensbringer zeigt.) 
Die meisten dieser Stücke haben über einen mehr oder weniger abstrusen Umweg nach Fremont gefunden. Allein die Geschichten von engagierten, zielstrebig und bodenständigen Menschen zu lesen war den Besuch schon wert. Ich hab mich so gefühlt, als könnte ich mich hier sehr wohlfüllen. (bis auf den Part, dass EINE FUCKING KUGEL EIS VIER DOLLAR GEKOSTET HAT. GNGNGNGN >.< )



Das Schokoding am Mangoeis ist der "Lenny Scoop".


Mehr bunte Wegweiserinnen für alle.

Lila Blume. 


Der Troll.


Der hing da einfach nur so rum.

Ein paar der kleinen Firmen, die hier untergebracht sind.

Danach bin ich zum Gasworkpark gegangen, um ebenfalls mit einer wunderschönen Aussicht belohnt zu werden. Noch mehr Sonne. (Ich hatte übrigens überhaupt keinen leichten Sonnenbrand auf den Armen, weil ich natürlich daran gedacht habe, mich am ersten sonnigen Tag nach einer Woche Regen einzuschmieren. Of course.) Und Wasser. Ich mag Sonne, grünes Zeugs und Wasser.
Die ehemalige Gas-Dingsdi Anlage schaut übrigens auch sehr nett aus. Vermutlich das Shadowrunigste, was ich bislang gesehen hab. Leider war der direkte Zugang dort gesperrt. Komisch aber auch.



Panoramabilder:




Cuteness. (Damals, als ich noch keine Angst vor Puppen hatte...)


Um sechs herum hab ich mich auf den Weg heim gemacht, weil mein Hostel Donnerstags Free Pasta Night hat. (an dieser Stelle werde ich nicht nochmal auf die Bedeutung von gratis essen eingehen, ich denke, ich bin euch schon genug damit auf die Nerven gegangen).
Alles in allem ein sehr schöner Tag. Umso schöner, als das ich die restlichen Tage Sonnenschein vermutlich auf der Konferenz verbringen werde. Obs wohl auch Outdoor literaturwissenschaftliche Konferenzen gibt? Vielleicht ist das eine echt gute Marktlücke, die es zu schließen gilt!

Und hier noch zwei Bilder um euch von meiner inneren Zufriedenheit zu überzeugen:

Suuuun... (oder Sonnenstich. Wer weiß das schon so genau.)